Inklusive Weihnachtsmesse am 2. Weihnachtstag in Trier

„Was ist denn das?“ haben einige Gottesdienstbesucher gedacht, als sie in die Kirche kamen. „Pfarrer Schmitz sieht aus wie ein Reisebegleiter von einer Fluggesellschaft!“
Richtig. Das Bistum Essen kam auf die Idee. Zu Weihnachten kommen viele Leute in die Kirche, die sich nicht mehr so richtig auskennen im Gottesdienst. Sie sollen sich aber auch wohl fühlen. Deshalb gibt es vor der Messe ein paar witzige Erklärungen. Die haben wir für unsere Inklusive Messe am 2. Weihnachtstag ein bisschen angepasst und in Gebärdensprache (LBG) übersetzt. Seht selbst….

Hier die Startansage zum Nachlesen.

Zur Messe waren gut 20 Gehörlose und 100 Hörende gekommen – einige auch aus der Evgl. Kirchengemeinde in Trier und aus der Freien Christ Kingdom Church, die einmal erleben wollten, wie ein Gottesdienst zweisprachig gefeiert werden kann: in Lautsprache und Gebärdensprache. Nachher beim Weihnachtsempfang unter dem Empore gab es viel zu erzählen.


Hier 3 Gedanken aus der  Predigt:

Die „Stille Nacht“ war nicht still – vorgestern Abend. Man konnte sie fast sehen, die Millionen und Milliarden von Nachrichten per WhatsApp, Facebook, Twitter, Telegramm, Instagram, E-Mails und Chats, die durch die Nacht flogen… Bilder von Weihnachtsbäumen und Krippen, klassisch und modern, mit viel „Blingbling“ oder ganz ruhig…
Bilder aus Wohnzimmern und Kirchen, von Menschen und Tieren, Bilder von Bekannten und Unbekannten, wirklich und künstlich… ernst und lustig.. oberflächlich und mit Tiefgang…
Nachrichten mit guten Wünschen, in unzähligen Laut- und Gebärdenssprachen: Frohe Weihnachten, Frohes Festtage, ein gesegnetes Christfest… und natürlich ein gutes Neues Jahr….
In den Nachrichten steckt eine Sehnsucht nach Gemeinschaft, nach Frieden, nach Zugehörigkeit, nach Heimat. Wir wollen in Verbindung sein, miteinander – und mit Menschen, die im Nachbarhaus leben und mit denen, die ganz weit weg sind. Meine weitesten Weihnachtsgrüße kamen aus Australien, Kanada und den USA. An Weihnachten wird die Welt ein Dorf. Und kein Präsident, keine Mauer, keine Armee kann die Gemeinschaft verhindern….

Wir feiern an Weihnachten, dass Gott sich selbst mitgeteilt hat – dass er eine Nachricht geschickt hat, an die ganze Welt, an alle Menschen, zu allen Zeiten und an allen Orten, ja sogar an die ganze Schöpfung. Er hat nur ein Wort geschrieben, getippt. Nur eins. Aber nicht irgendeins. Es war DAS Wort. Die EINE Gebärde. Das EINE Zeichen.

Wir haben es gerade wieder im Evangelium gehört – das große Lied am Anfang des Evangeliums, das auf den ersten Blick so wenig mit Weihnachten zu tun hat – und das sich zuerst einmal so kompliziert anhört. Aber es ist eigentlich nicht so kompliziert. Weil es ja nur EIN Wort ist, das ENTSCHEIDENDE Wort…

Gottes Wort an Weihnachten heißt JESUS. Sein Name bedeutet Gott rettet. Gott rettet durch die Liebe. Die hat die Kraft zur Veränderung – zur Überwindung von Grenzen.
Wir sind hier in Herz-Jesu „inklusiv“. Das ist ein anderes, modernes Wort für „katholisch“.
Wir versuchen, unsere Türen mehr und mehr zu öffnen, offen zu halten, einzuladen und uns an der Verschiedenheit zu freuen. Die Gehörlosengemeinde und die Herz-Jesu-Gemeinde haben damit schon seit vielen Jahren Erfahrung. Gute Erfahrung.

Mit der Kraft und der Begeisterung des Wortes Gottes überwinden wir Grenzen, hoffentlich auch die Grenze zwischen dieser Welt und der kommenden Welt, die wir Himmel nennen. Die Weihnachtsgeschichte ist voll von Bewegung zwischen Himmel und Erde und Himmel.
Möge GOTTES Wort in uns stark werden. Gesegnete Weihnachten. Amen.


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